Kommunikation
Einbindung von Schülern

Kinder beim Obst schneiden

©KErn/Tobias Hase

Schülerinnen und Schüler haben einen guten Bezug zur Mensa, wenn sie in irgendeiner Form einen Beitrag zum Erfolg leisten können.
Sei es bei der Gestaltung des Speisesaals, der Zubereitung oder der Ausgabe der Speisen oder sogar bei der Menüplanung. Neben regelmäßigen Befragungen sind die Möglichkeiten darüber hinaus vielfältig: in Zusammenarbeit mit dem Kunstunterricht, als Wahlfach oder während eines Projekttages – bei guter Anleitung haben die Schüler Spaß an der Sache und können sich mit der Mensa identifizieren.

Partizipation ist das A&O

Mitarbeit schafft Identifikation. Schülerinnen und Schüler, die ihre Schulverpflegung aktiv mitgestalten, haben die Möglichkeit, diese an ihren eigenen Bedürfnissen auszurichten. So wird die Akzeptanz sowohl unter den eingebundenen Schülern als auch unter der restlichen Schülerschaft deutlich gesteigert. Die steigenden Essenszahlen machen daneben Schulverpflegung ökonomischer und schaffen z.B. Raum für ein hochwertigeres Angebot.

Möglichkeiten der Einbindung im Rahmen der Speiseplangestaltung

Erfolgreiche Schulverpflegung muss den Geschmack der Schüler treffen. Daher sollten sie die Schulverpflegung zusammen mit weiteren Entscheidungsträgern beeinflussen können.

Wünsche und Anregungen der Schüler können in geeigneter Form in der Speisenplanung berücksichtigt werden, z.B. durch:

  • Wunschboxen, die in der Mensa aufgestellt werden. Zum Beispiel kann einmal in der Woche ein Wunschessen gewählt werden.
  • Stetige Rückmeldemöglichkeiten. Über eine eigens eingerichtete Schul-E-Mail-Adresse können Schüler dem Speisenanbieter Rückmeldung geben.
  • Mitwirkung in Gremien. Schülerinnen und Schüler können ihre Wünsche an ihren Vertreter im Essensgremium weitergeben. Gibt es weitere Gremien, die Einfluss nehmen können, z.B. ein Mensa-Ausschuss der Schülerschaft?
  • Eigene Auswahl. Speiseplanvorschläge liegen vor und Ganztagsklassen wählen im Rotationssystem aus den Vorschlägen des Folgemonats aus.
  • Individuelle Bestellung. Die Schüler wählen aus den möglichen Mittagsmahlzeiten individuell und nicht klassenweise aus.
  • Schülerbefragungen

Möglichkeiten zur Mitgestaltung bieten sich im Rahmen der Mittagspause

  • Schüler können sich in der Tischgemeinschaft oder am Buffet ihr Mittagessen selbst schöpfen.
  • Schüler bewerben das Angebot der Mensa – auch über moderne Medien: Layouten der Speisekarten, Erstellen der Fotos für den Mensaausweis, Aufbau und Pflege einer Mensa-Homepage.
  • Schüler dekorieren die Mensa/den Speiseraum.
  • Im Rahmen von wechselnden Mensa-Diensten unterstützen Schüler beim Eindecken und Abräumen der Tische. Es besteht auch die Möglichkeit, eine Schülerfirma zu gründen.
  • Mensa-Lotsen kümmern sich um jüngere Mitschüler.
  • „Mensa-Regeln“, die den Umgang mit Lehrern und Mitschülern festhalten, werden gemeinschaftlich erarbeitet.
  • Schüler haben die Möglichkeit ihr Feedback zu Geschmack, Service, Ambiente etc. zu geben (z.B. über eine Feedbackbox).
  • Schülervertreter setzen sich im Essensgremium für die Interessen ihrer Mitschüler ein.
  • Gemeinsame Aktionen, wie Motto-Wochen oder Kochaktionen, die gemeinsam mit dem Speisenanbieter geplant und durchgeführt werden, führen dazu, dass die Mittagsverpflegung aufgewertet und in den Mittelpunkt gerückt wird. Projektarbeiten und pädagogische Bemühungen tragen wesentlich zur Akzeptanz der Mittagsverpflegung bei.
Zu beachten sind allerdings die Hygienevorschriften

Wenn man Schüler, Lehrer oder auch Eltern in der Küche oder an der Ausgabetheke beschäftigt, müssen diese eine Erstbelehrung nach dem Infektionsschutzgesetz und eine Schulung über hygienisches Arbeiten erhalten. Es ist hierbei unbedeutend, ob die Personen ehrenamtlich oder gegen Entlohnung arbeiten. Diese Belehrungen führt in der Regel ein Zuständiger des Gesundheitsamtes durch und stellt eine Bescheinigung darüber aus. Diese darf bei Tätigkeitsaufnahme nicht älter als drei Monate sein. Eine jährliche betriebsinterne Wiederholungsschulung ist ebenfalls notwendig. Man kann solche Schulungen im Klassenverbund durch eine Fachkraft mit entsprechender Qualifikation durchführen lassen, wenn die ganze Klasse an der Verpflegung beteiligt ist. Kommen die Schüler aus unterschiedlichen Klassen, können ein oder mehrere Termine zur Schulung angeboten werden.

Die genannten Maßnahmen können die professionelle Zubereitung und gute Organisation des Essens nicht ersetzen, aber deren Erfolg fördern. Denn Essen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme. Schulverpflegung bietet die Chance, durch Partizipation eine gesundheitsförderliche Ernährung für Schüler erfahrbar und das gemeinsame Essen zu einem Wohlfühlerlebnis zu machen.

Stand: Juni 2021

Literatur

Baacke D., Brücher B. (1982): Mitbestimmung in der Schule. Grundlagen und Perspektiven der Partizipation, Weinheim und Basel

Melzer W, Stenke D. (1996): Schulentwicklung und Schulforschung in den ostdeutschen Bundesländern, in: H.G. Rolff u. a. (Anm.5)

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (2014): DGE-Qualitätsstandard für die Schulverpflegung, 4. Aufl.

Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) (2020): Praxistipps Schulverpflegung