Speisenangebot
"Food-to-go" in der Schulmensa

Die Schüler der Unter- und Mittelstufe werden mit dem allgemeinen warmen Verpflegungsangebot meist sehr gut erreicht. Für viele Jugendliche aus den oberen Klassen gilt dagegen ein Besuch in der Mensa als „uncool“. Eine Möglichkeit, auch diese Gruppe als Kunden zu halten bzw. neu zu gewinnen, ist, Essensangebot und Schülerwünsche einander näher zu bringen. Snacks bzw. Food-to-go erweist sich dabei als eine Alternative, welche immer mehr von den höheren Jahrgängen gefordert wird. Bedacht werden sollte jedoch, dass durch dieses Angebot die Vermittlung von Tisch- und Esskultur sowie sozialem Miteinander während dem gemeinsamen Essen verloren gehen kann.

Angebotszusammensetzung

Unter Food-to-go ist nicht nur eine belegte Semmel zu verstehen. Ausgewogene Angebote, interessant verpackt, sollten präsentiert werden. Auch die Snack Angebote sollten immer unter dem Aspekt einer vollwertigen und sättigenden Mittagsmahlzeit zusammengestellt werden. Empfehlungen zur Zusammenstellung des Angebots finden sich in der Broschüre „Snacks an weiterführenden Schulen“, die den DGE Qualitätsstandard für die Schulverpflegung ergänzt.

Zur Broschüre "Snacks an weiterführenden Schulen" Externer Link

Als Kriterien für einen gesundheitsförderlichen Snack gelten:

  • max. 400 kcal
  • max. 30 % Fett als Anteil der Gesamtenergie (≙ max. 13 g)
  • max. 10 % Zucker als Anteil der Gesamtenergie (≙ max. 10 g)
  • max. 0,4 g Jodsalz je 100 kcal (≙ max. 1,6 g)
  • mind. 40 g Gemüse, Rohkost oder Obst
  • kein Alkohol, keine Alkoholaromen, Geschmacksverstärker, künstliche Aromen, Süßstoffe
  • keine Lebensmittelimitate wie Analogkäse oder Formfleisch
  • keine frittierten Produkte
  • selbst zubereitete Snacks sind mit frischen oder tiefgekühlten Kräutern gewürzt

Angebotsvielfalt

Richtig verpackt eignen sich sehr viele Gerichte zum Food-to-go:
  • Als ein Klassiker im Angebot gelten mittlerweile Wraps, die sich in zahlreichen Varianten füllen lassen. Ob kalt oder warm, vegetarisch, mit Fleisch, Fisch oder länderspezifisch können sie schnell hergestellt werden. Bewährt hat sich die Zugabe von Rohkost wie Salat, Tomaten, Radieschen, Paprika oder Gurke. Alternativ kann auch ein dünn gebackener Pfannkuchen, ideal aus Vollkornmehl, befüllt werden.
  • Sehr gerne wird von Jugendlichen ein variantenreiches Salat- oder Rohkostangebot angenommen.
  • Viele warme Nudelgerichte eignen sich zur Mitnahme und zum Essen außerhalb der Mensa.
  • Obst bietet sich sowohl als Stückware oder als Obstsalat zum Mitnehmen an.
  • Eine weitere Möglichkeit ist die Zusammenstellung einer Mittagsmahlzeit auf einem Spieß. Nicht nur Gemüse und Fleisch eignen sich hierfür, auch feste Aufläufe können so angeboten werden.
Schnell entsteht daraus ein ausgewogenes Mittagessen.
Rezept: Wrap-Ness
... das Erfolgsrezept im Rupert-Ness Gymnasium / Realschule - Ottobeuren
1 großen Tortillafladen (ca. 90 g / Stück)
20 g geriebener Käse
40 g Salat der Saison
5 Tomatenscheiben
30 g geschnetzeltes Putenfleisch, angebraten
20 g "Spezialsoße" (10 g Joghurt, 5 g Mayonnaise, 5 g Ketchup)

Tortillas kurz erwärmen und mit den Zutaten füllen.
Richtig gefaltet benötigen diese großen Wraps keine weitere Verpackung mehr.

Weitere Rezeptideen finden sich hier: Rezeptideen der DGE

Umweltfreundliche Verpackung

Viele Angebote im To-go-Bereich benötigen jedoch eine zusätzliche Verpackung. Zu bevorzugen sind Mehrwegsysteme zur Vermeidung von Kunststoffabfällen, z.B. über ein Pfandsystem für Geschirr aus Porzellan oder bruchsicherem Kunststoff. So kann beispielsweise Joghurt oder Couscous-Salat in Gläsern angeboten werden.

Nicht immer lässt sich ein Mehrwegsystem realisieren, dann sollte Wert auf hygienisch einwandfreies und umweltfreundliches Einweggeschirr gelegt werden. Mittlerweile werden recyclebare bzw. kompostierbare Lösungen, z.B. aus Getreide, Maisstärke oder Holz, angeboten. Allerdings muss vor Ort eine sorgsame Mülltrennung dieser Verpackungsmaterialien stattfinden. Genaue und einfach durchführbare Informationen bzw. eine gute und übersichtliche Organisation zur Entsorgung sind unbedingt notwendig. Nehmen Sie hierzu am besten mit Ihrem Entsorgungsunternehmen Kontakt auf!

Umweltfreundliche Verpackung in der Praxis

Die umweltfreundlichste Verpackung ist natürlich gar keine. Das geht nicht? Doch! So gibt es an Schulen, an denen die Schüler ihre Brotzeitbox oder ihren Kaffeebecher selbst mitbringen können. Für jeden eingesparten Behälter bekommen sie einen Stempel auf ihr Rabattkärtchen. Sind zehn Stempel gesammelt, erhalten sie Ware aus dem Schulkiosk in Höhe von einem Euro gratis.
Stand: August 2018

Literatur

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (Hrsg.): Snacks an weiterführenden Schulen. 1. Auflage 2016.