Nachhaltigkeit
Mehrweg statt Einweg in der Schule

Mehrweggeschirr

Verpackungen begegnen uns tagtäglich – egal ob es die Wasserflasche, die Tüte vom Bäcker oder der Joghurtbecher ist. Sie schützen Lebensmittel vor äußeren Einflüssen und informieren mit ihren Aufdrucken den Konsumenten, sodass Lebensmittel einwandfrei und sicher in Verkehr gebracht werden können. Verpackungsabfälle gehören damit zum Alltag. Neue Entwicklungen, beispielsweise verpackungsfreie Läden, zeigen, wie man Verpackungsmüll vermeiden kann. Welche Möglichkeiten ergeben sich für die Schulverpflegung?

Verpackungen – ein allgegenwärtiges Thema

Zu Hause, im Restaurant, am Kiosk aber auch in der Gemeinschaftsverpflegung fallen die unterschiedlichsten Abfälle an. Verpackungsabfälle machen einen Großteil des Müllaufkommens aus. Ein kleiner Snack zu Hause, ein Kaffee unterwegs, der Einkauf kleiner Packungen oder der Obstsalat im Plastikbecher – welche Lebensmittel aus Zeit- oder Bequemlichkeitsgründen gewählt werden und der Grad der Verarbeitung beeinflussen die Menge an Müll. In vielen Fällen ist Verpackungsmüll vermeidbar. Die ersten Cafés erheben deshalb ein Pfand auf Einwegbecher oder bieten das Befüllen von Mehrwegbechern an. In vielen Großstädten gibt es verpackungsfreie Läden. Die Kunden bringen hier eigene Beutel, Becher sowie Schüsseln mit oder die Lebensmittel werden in Mehrwegbehältnissen angeboten. Selbst an der Fleisch- oder Käsetheke werden nun die ersten Mehrweg-Hygiene-Schleusen erprobt, bei denen die mitgebrachten Behältnisse vorab gereinigt werden.

Mehrweggeschirr – eine gute Lösung für die Schulverpflegung

Der Einsatz von Mehrweggeschirr ist beim Mittagessen gang und gäbe. Durch den mehrmaligen Gebrauch tragen Mehrwegsysteme unmittelbar zur Abfallvermeidung bei. Nach der Devise „vermeiden statt verursachen“ ist Mehrweggeschirr bei allen Angeboten in der Schulverpflegung zu bevorzugen. Allerdings wird Porzellangeschirr gerade im Bereich der Zwischenverpflegung oftmals als zu schwer und bruchgefährdet angesehen. Bruchsicheres Mehrweggeschirr stellt eine Alternative dar. Einige Schulen haben bereits ihre schuleigenen Mehrwegbecher designt – das kommt bei den Schülern an und verankert Mensa und Schule zugleich als Marke. Durch ein Pfandsystem können Schüler zur Rückgabe ermutigt werden. Oder sie nutzen zum Mitnehmen von Speisen und Getränken ihr eigenes Geschirr, wie To-Go-Becher und Brotzeitboxen.

Alternativen zum Mehrweggeschirr

Mehrweggeschirr und alternative Verpackungsmaterialien

©KErn

Wird Mehrweggeschirr verwendet, müssen eine geeignete Spülgelegenheit und ausreichend Aufbewahrungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Je nach Ausstattung der Schulmensa oder des Kiosks ist der Einsatz von Mehrweggeschirr gegebenenfalls nicht realisierbar. Alternativen zu herkömmlichen Einweg-Plastik-Verpackungen gibt es dennoch zu Genüge. Eine einfache Lösung aus Papier und Pappe sind Tüten, Servietten oder Wrap-Manschetten. Diese eignen sich jedoch nicht für alle Snack-Angebote. Für Salate, Suppen oder warme Snacks können im To-Go-Bereich ökologisch abbaubare Verpackungen bzw. Einweggeschirr aus nachhaltigem Verpackungsmaterial eingesetzt werden.

Diese Verpackungen sind recyclingfähig, aus nachwachsenden Rohstoffen, kompostierbar und/oder enthalten anteilig Recyclingmaterial.
Einweggeschirr aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Zuckerrohrfaser, Weizenkleie oder Palmblätter sind vollständig biologisch abbaubar. Zudem punkten die auf Lebensmittechtheit geprüften Teller, Schalen und Co häufig durch ein ansprechendes Design.

Eiskugeln in der Waffel – das kennt jeder. Waffeln, Tartelettes oder andere essbare Schalen können verwendet werden, um Salate, Müslis und weitere Snacks anzubieten. Zu bedenken ist hierbei, dass diese Verpackung auch verzehrt werden kann und daher eine einwandfreie Hygiene gewährleistet sein muss.

Biokunststoffe – Was steckt dahinter?

Der Begriff kann zweierlei bedeuten: Zum einen bezeichnet er Kunststoffe, die auf Basis nachwachsender Rohstoffe erzeugt werden. Sie können über verschiedene Prozesse zum Beispiel aus Mais, Kartoffeln oder Zuckerrüben gewonnen werden. Zum anderen kann Biokunststoff bedeuten, dass der Kunststoff biologisch abbaubar ist. Wichtig zu wissen ist, dass nicht jeder Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen per se umweltschonend ist, da dieser nicht immer kompostierbar und schwer zu recyceln ist. Genauso ist nicht jeder biologisch abbaubare Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und der biologische Abbau bringt keine wertvollen Bodenbestandteile.

Tipps für die Gemeinschaftsverpflegung

Generell gilt der Grundsatz: Verpackungsabfälle wo immer möglich vermeiden. Denn selbst wenn Verpackungen wiederverwertet oder recycelt werden können, kostet diese Form der Aufbereitung Energie. Abfall, der erst gar nicht entsteht, verursacht keine Umweltbelastung durch die Herstellung oder Entsorgung.

Fazit

  • beim Einkauf unnötige Verpackungen vermeiden und auf Großgebinde zurückgreifen
  • Nachfüllpackungen statt Einwegverpackungen nutzen
  • Mehrwegsysteme bevorzugen
  • gekennzeichnete Mülltrennungssysteme zur korrekten Entsorgung bereitstellen
Und nicht zuletzt zählt zur Müllvermeidung auch der sorgsame Umgang mit Lebensmitteln. Angemessene Portionsgrößen tragen zur Vermeidung von Essensabfällen und Lebensmittelverschwendung bei. Bei Bedarf kann die Möglichkeit zum Nachschöpfen gegeben werden.
Stand: August 2018

Literatur

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (2015): Snacks an weiterführenden Schulen. 1. Auflage. Bonn.

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (2015): Umwelt im Unterricht: Arbeitsmaterial. Abfallwirtschaft und Abfallvermeidung. URL: http://www.umwelt-im-unterricht.de/wochenthemen/woche-der-abfallvermeidung-weniger-ist-mehr/ (Aufruf: 18.05.2016)

BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (2011): Biologisch abbaubare Kunststoffe. Stellungnahme des AK Abfall.

Umweltbundesamt (2017): „Tüten aus Bioplastik sind keine Alternative“ URL: https://www.umweltbundesamt.de/themen/tueten-aus-bioplastik-sind-keine-alternative (Aufruf: 17.08.2018)