Speisenangebot
Mehr Schulqualität durch Schulverpflegung

Die Gestaltung der Mittagsverpflegung ist mehr als das Bereitstellen von Speisen. Die Schulverpflegung bietet die Chance, langfristig gesundheitsförderliche Essgewohnheiten zu etablieren. Weiterhin kann eine gute Schulverpflegung als Profilierung für die Schule dienen. Hierzu müssen Organisation und Abläufe der Mittagsverpflegung eng mit den pädagogischen Abläufen verzahnt und zu einem stimmigen Schulalltag verschmolzen werden und dies in einem Ambiente, in dem sich Schüler und Lehrer wohl fühlen.

Eine Schule kann in vielerlei Hinsicht von einem attraktiven Mensaangebot profitieren.

Voraussetzung für optimale geistige Leistungsfähigkeit

Regelmäßige, ausgewogene Mahlzeiten und eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung sind Voraussetzung dafür, dass das Gehirn durchgängig mit den für Konzentration und Lernen erforderlichen Nährstoffen versorgt ist. Zu lange Abstände zwischen den Mahlzeiten können die Konzentrationsfähigkeit vermindern. Zu üppige Mahlzeiten konzentrieren die Stoffwechselaktivitäten im Verdauungstrakt und machen träge.

Das Verpflegungsangebot in der Schule und seine Qualität erhalten dadurch eine zentrale Bedeutung: Indem es eine gleichmäßige Versorgung mit Flüssigkeit, Energie und Nährstoffen ermöglicht, legt Schulessen die Grundlagen für ganztägige Leistungsfähigkeit.

Mittagsangebot als Beitrag zur Schulprofilierung

Eltern von Ganztagsschülern schätzen vor allem die Entlastung, die sie von dieser Organisationsform erfahren. Für Eltern spielt das Preis-Leistungs-Verhältnis der Verpflegung meist eine weitaus größere Rolle als der Gesundheitswert.

Ihre Informationen über das Schulleben erhalten Eltern zu einem großen Teil von ihren Kindern. Eine zielgerichtete Kommunikation seitens der Schule nach außen kann daher viele Informationsbedürfnisse erfüllen:
  • Wie berücksichtigt das Ganztagsangebot die praktischen Bedürfnisse der Eltern?
  • Was zeichnet das jeweilige schulische Essensangebot hinsichtlich Qualität und Gesundheitswert konkret aus?
  • Warum ist das Essensangebot seinen Preis wert?

Die wiederkehrende Thematisierung des schulischen Verpflegungsangebots zeugt vom Engagement der Schule und Stellenwert der Mensa als Teil des Schullebens. Anlässe gibt es viele: Aktionstage, Projekte und nicht zuletzt die kontinuierliche qualitative Weiterentwicklung der Schulmensa und ihres Speisenangebots.

Das Bild der Schule als Lebenswelt wird nicht nur in den Augen der Eltern, sondern auch in denen des Sachaufwandträgers, der Kommune und in der Wahrnehmung der allgemeinen Öffentlichkeit positiv wahrgenommen.

Diese Außenwirkung kann durch eine Zertifizierung des Verpflegungsangebots (z. B. durch die DGE) verstärkt werden. Sie bestätigt die Qualität des Angebots seriös und unabhängig. Eine solche berechtigt zur Nutzung eines entsprechenden Logos, das sowohl außen an der Schule aber auch im Internet zur Profilierung eingesetzt werden kann.

DGE-zertifizierte Schulverpflegung

Gemeinsame Mahlzeiten für ein gutes Schulklima

Gemeinsames Essen als bewusste Pause entschleunigt den oft straffen Schüler- und Lehreralltag. Studien zeigen, dass Schüler sich genau dies von ihrer Mensa wünschen:
  • Zeit haben
  • sich ungestört unterhalten können
  • sich wohl fühlen

Es ist die Chance zum Entspannen und Luftholen, aber auch zum gegenseitigen Gespräch und Austausch - sofern der Rahmen auf die Bedürfnisse der Altersklasse und Personengruppe zugeschnitten ist.

Grundschüler haben andere Vorstellungen von Gemütlichkeit als Oberstufenschüler. Und ein sich gegenseitig befruchtendes Gespräch zwischen Lehrerkollegen benötigt vielleicht zeitlichen oder räumlichen Abstand zu den Schülern.

Die Wirkung ist spürbar: Das Gespräch zwischen Schülern, zwischen Schülern und Lehrern und zwischen Lehrern fördert Verständnis füreinander und die Zusammenarbeit untereinander. Gemeinschaftsgefühl entsteht und die Identifikation der Schüler mit der Schule wächst.

Mittagsverpflegung - Thema für pädagogische Arbeit

Von der Bestellabwicklung der Essen über eine eventuelle Internetpräsentation, von der Dekoration der Räumlichkeiten bis hin zur Essensausgabe gibt es verschiedene Möglichkeiten, Schüler klassenweise oder im Rahmen einer AG einzubinden. Beispiele reichen von Lärmmessungen im Rahmen des Physikunterrichts bis zu Befragungen von Mitschülern im Rahmen des Faches Wirtschaft.

Dadurch kann einerseits die Lehrerschaft entlastet werden, andererseits lernen Schüler, Verantwortung und Pflichten zu übernehmen.

Fazit

  • Verpflegung ist Thema im gesamten Schulalltag
  • Verpflegung bietet die Möglichkeit, die Qualität der Schule zu steigern
  • Gemeinsame Mahlzeiten beeinflussen das Schulklima positiv

Daher lohnt es sich mehrfach, in eine gute und akzeptierte Schulverpflegung zu investieren. Anregungen hierzu bieten die Bayerischen Leitlinien Schulverpflegung und die Praxistipps für die Schulverpflegung.

Stand: Juli 2021

Literatur

icon kids & youth (2010): Nestlé Studie 2010 So is(s)t Schule; http://www.nestle.de/NR/rdonlyres/7D1C3524-2F24-4146-B015-1458D2E729DD/0/Nestle_Studie_2010_So_isst_Schule_Studie.pdf, Zugriff 10.03.2010

Kaiblinger, K. et. al. (2009): Gender und Nachhaltigkeit in der Esskultur. In: Umweltdachverband GmbH (Hrsg.): Esskultur an Schulen – nachhaltig und gendergerecht gestalten